Am 3. April 1916 lief der von einem Dampfschlepper gezogene Lastkahn „Minden 52“ in den Hafen Osnabrück ein. Der Hafen hatte dadurch ganz unspektakulär seinen Betrieb aufgenommen.

Der Hafen Osnabrück hat heute eine Fläche: von ca. 100 Hektar. Der Wasserumschlag liegt gegenwärtig bei durchschnittlich 550.000 t. Der Bahnumschlag ist etwa doppelt so groß mit ca. 1,1 Mio t. Der Hafen verfügt über eine Wassertiefe von 2,80 und eine Abladetiefe von 2,20 (mit Ausnahmegenehmigung 2,25 m). Der Osnabrücker Hafen hat die Besonderheit, über einen Ölhafen zu verfügen, so dass hier problemlos Mineralöl verladen werden kann. Der Umschlag wird durch eine Pressluftölsperre gesichert.

Gratiskunst

Zukunftsperspektiven

Der Stichkanal Osnabrück zweigt westlich von Bramsche vom Mittellandkanal in südliche Richtung ab. Nach zwei Schleusungen gelangen die Schiffe in den Stadthafen Osnabrück. 50 Millionen Euro wurden vor einigen Jahren in die Verbreiterung des Stichkanals investiert, damit zwischen dem Mittellandkanal bei Pente und dem Osnabrücker Hafen auch genügend Platz für moderne Güterschiffe ist, doch die Schleusen wurden vergessen. Die beiden Schleusen in Haste und Hollage sind mit 85 Meter Länge noch genau so groß wie vor 100 Jahren – und sind damit die Nadelöhre des Stichkanals. Eigentlich sind 82 Meter das Maximum für Güterschiffe, damit die Schleusentore noch geschlossen werden können. 85 Meter sind die Ausnahme, nur wenn das Schiff einen spitzen Bug hat.

Die umweltschonende Versorgung über den Wasserweg wird dadurch in absehbarer Zeit schwierig werden: „Schiffe, die für die kleinen Osnabrücker Schleusen geeignet sind, werden zum Auslaufmodell“, so Werner Bergschneider, u.a. Binnenschiffer (Hasepost, 25. Januar 2016, URL: https://www.hasepost.de/osnabrueck-loesung-fuer-schildbuergerstreich-mit-osnabruecker-stichkanal-hafen-schleusen-10099-10099/, zuletzt abgerufen 31.07.2019).

Laut Bundesverkehrswegeplan hat der Ausbau der Schleusen jedoch bis 2030 keinen Vorrang, so dass bis dahin auch kein Ausbau der Schleusen stattfinden wird - aller Bekundungen zu Verkehrswende und Klimaschutz der gegenwärtigen Bundesregierung zum Trotz. Schon 2016 titelte die NOZ: "Für Dobrindt ist Osnabrücks Hafen ein Auslaufmodell" (NOZ vom 7.6.2016, URL: https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/725224/landtag-setzt-sich-fur-stichkanal-ein, zuletzt abgerufen 31.07.2019). Der niedersächsische Landtag allerdings trat im Juni 2016 für eine Ertüchtigung der Schleusen ein und forderte die Landesregierung auf, in dieser Sache "Druck zu machen".

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